Gadanken zum Welpenkauf

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Was kostet der Hund denn?
Das ist oft die erste Frage!

 

Es ist lästig über Geld zu reden, trotzdem muss es sein.
Natürlich möchte jeder Geld sparen und seinen Traumhund möglichst günstig kaufen. Dabei vergisst man gerne,
dass beim neuen Familenmitglied Hund nicht nur die Anschaffungskosten anfallen, sondern laufende Kosten ein Leben  lang.
Wer also schon beim Kauf sparen muss sollte über die Anschaffung eines Hundes noch einmal nachdenken.

 

Leider gibt es auf Marktplattformen im Internet sehr viele Kleinhunde zu Dumpingpreisen. Bevor Sie sich auf ein solches Angebot einlassen, überlegen Sie, ob Sie da nicht am falschen Ende sparen und der Hund Ihnen letztendlich teuer zu stehen kommt,
da solche Hunde oft krank sein können, kaum sozialisiert sind und Sie am Ende das "gesparte" Geld beim Tierarzt wieder ausgeben,
nicht selten mit einem traurigen Ende!

Geschäftemacher in Osteuropa kaufen diese Hunde billig ein, dazu werden sie ganz jung von der Mutter getrennt, nach Deutschland gebracht und hier für teures Geld verkauft. Dabei sieht man nicht, dass  manche Tiere diese Strapazen nicht überleben oder mit ernsthaften Krankheiten hier ankommen. Meistens merkt man das beim Kauf noch nicht, wenn die Folgen kommen ist der Händler längst über alle Berge.

Deshalb meine große Bitte:
Kaufen Sie keinen Welpen aus Mitleid!!!!


Für jeden von Hundehändlern verkauften Welpen werden wieder neue Hunde über die Grenzen geholt oder von unseriösen Hundevermehrern unter schlechten Bedingungen "produziert".

 

Warum ein Hund vom
VDH Züchter?

 

http://www.vdh.de/welpen/inhalt/dasvdhguetesiegel

 

Bei einem Züchter, der einem VDH angegliederten Verein angehört und somit seriöse und international anerkannte Papiere
für seine Welpen hat,  müssen Sie in der Regel mit Preisen zwischen 900 und 1.500 Euro für einen gesunden
und gut sozialisierten Welpen rechnen, manchmal sogar mehr!!!
Dafür bekommen Sie aber einen Hund der mit sehr viel Liebe, Arbeits- und Kostenaufwand
für einen optimalen Start in sein langes Hundeleben aufgezogen wurde.....

 

Niemand kann eine Garantie geben,  aber Sie haben mit einem Rassehund, der aus überprüfter VDH-Zucht stammt,
das Beste was Sie an Absicherung bekommen können!

 

 

Transparenz ist wichtig um zu verstehen. Ich möchte Sie deshalb darüber informieren,
wie sich der Preis für einen Welpen eigentlich zusammensetzt:

 
Deckrüde und die Mutterhündin
In unserem Fall haben wir den Deckrüden selbst gekauft, aufgezogen und auf allen Ausstellungen bis zum Erlangen
des VDH Jugendchampions vorgestellt. Damit wollten wir sicherstellen, dass unser Rüde auch tatsächlich ein Traumhund ist
und alle Anforderungen die an die Rasse gestellt werden optimal erfüllt.

Dieser Preis ist natürlich unbezahlbar, für einen Deckakt muss man aber extern mindestens 500,00 EUR bezahlen.
Das sind locker 100,00EUR Pro Welpe.
Den Preis der Mutterhündin will ich erst gar nicht anführen!

Damit die Hunde als Zuchttiere anerkannt werden, muss man mit ihnen Ausstellungen besuchen und entsprechende Bewertungen erhalten bzw. eine Zuchtzulassungsprüfung absolvieren.
Hierfür werden jeweils Melde- und Zulassungsgebühren fällig.  Zusätzlich legt man meistens mehrere hundert Kilometer mit dem Auto zurück, verbringt teilweise ganze Wochenenden am Ausstellungsort im Hotel.

Weiterhin muss man noch gesundheitliche Untersuchungen - die Augen (PRA)- und Knie (PL)-untersuchungen sind Pflicht! - absolvieren, bei einem extra dafür ausgebildeten Tierarzt.

Tierarzt
Untersuchungen einer tragenden Hündin (Ultraschall, Röntgen), Welpenabnahme und -untersuchungen, ggf. auch ein Kaiserschnitt bei der Geburt fallen an. Die Welpen werden nach der Geburt in Augenschein genommen und bis zu ihrer Abgabe mit 12 Wochen 2 mal geimpft. Sie werden gechipt und bekommen einen EU-Heimtierausweis.
Dazu kommen noch die Kosten für mehrere Entwurmungen.
Ohne irgendwelche anderen Probleme ( wie evtl. ein Kaiserschnitt) kommen hier also ca. 200 Euro je Welpe zusammen.

Phalènes sind bei guter Haltung keine anfällige Rasse, trotzdem muss man weitere Kosten für den Tierarzt einplanen.  So treten auch mal Verletzungen und Krankheiten auf, die einen Besuch beim Tierarzt notwendig machen. Wie bei jeder anderen Rasse eben auch.

Futter
Etwa ab der 4. Woche bekommen meine Welpen zusätzlich zur Muttermilch hochwertiges Futter, zuerst in Form von Ziegenmilch, dann wird Rohfutter wie frisches  Rinder- und Putenhack zugefüttert. Später auch zusammen mit rohem Gemüse und Früchten, da ich hauptsächlich BARFe (
www.barfers.de).

Aber ich gebe auch alle anderen Arten an "normalem" Futter, wie  hochwertiges Dosenfutter und hochwertiges Trockenfutter (Royal Canin Junior), damit sich die Welpen auch daran gewöhnen, da nicht jeder BARFt.  
Die  Mutterhündin bekommt während der Trächtigkeit und der Säugungsphase energiereiches Futter und  viel  Ziegenmilch mit etwas Honig, damit sie genug Milch produzieren kann um einen gesunden und starken Wurf großzuziehen, ohne selbst Schaden zu nehmen. Natürlich dürfen auch ab und zu "Leckerchen" nicht fehlen. 
Dafür muss man gut 75-100 Euro pro Welpe einkalkulieren.

Formalitäten
Was ist das?  Hierzu gehören die anfallenden Kosten für die Abwicklung mit der Zuchtbuchstelle (Deck- und Wurfmeldungen, Zuchtwart, Wurfabnahme, Wurfeintragung und Ahnentafel) . Je nach Verband fallen auch hier ca. 75-100 Euro je Welpe an.

Sauberkeit / Reparaturen
Die Unterlagen in der Wurfkiste und den Welpengehegen müssen mehrmals täglich gewechselt und gewaschen werden. Bis zur Abgabe mit 12 Wochen kommen hier ganz schön viele Waschmaschinenladungen zusammen.
Da die Welpen nicht von Natur aus stubenrein sind, hinterlassen sie schon mal Verunreinigungen in der Wohnung, wenn sie sich frei darin bewegen dürfen.

Bisher kommen also schon mal mehr als 500 Euro je Welpe zusammen, die man als Züchter erst mal vorfinanzieren muss. Das ist aber noch längst nicht alles! Auch die Mutterhündin,  der Rüde und evtl. ältere aus der Zucht genommene Tiere sind ja noch vorhanden. Bei Dumpinghändlern werden diese Tiere "Entsorgt". Bei uns werden sie ein Leben lang gepflegt und versorgt!
Die Kosten für die Unterhaltung dieser Hunde können zwar nicht direkt einem Wurf zugeordnet werden, aber man darf sie auch nicht ganz außer Acht lassen.

Vereinsbeiträge, Hundesteuer und Versicherung
Als Züchter sind wir in einem Zuchtverband organisiert, für den natürlich auch Jahresbeiträge fällig werden. Weiterhin muss für jeden Hund bei der Gemeinde eine Steuer entrichtet werden, die aber deutschlandweit stark unterschiedlich ist. Für unsere Kleinhunde fällt der gleiche Betrag an wie für einen großen Hund.
Auch eine Haftpflichtversicherung braucht man für alle seine Hunde, falls unterwegs oder auf Ausstellungen mal was passiert.


Das Drum Herum
Hier fassen wir einfach mal den Rest zusammen, der oben noch nicht aufgeführt wurde:
Liegekissen und -körbchen, Leinen, Halsbänder oder Geschirre, Kämme und Bürsten, Transportvorrichtungen für Fahrten mit dem Auto,
Hundespielzeug, Umzäunung des Gartens oder Grundstücks, Inserate in Zeitungen, ...

Nicht zu vergessen der Zeitaufwand wie Welpentreffen, Hundeschule, Stadttraining etc., den wir aber gerne betreiben,
um unseren Hunden  gerecht zu werden. Erst dadurch werden die Welpen gut sozialisiert und sind später in der Lage,
sich in einer neuen Umgebung schnell und unkompliziert einzuleben,
damit  ihre neuen Besitzer von Anfang an viel Spaß mit ihnen haben.

Diese Aufstellung ist längst nicht vollständig,  doch sie gibt schon mal einen Einblick in den finanziellen Aufwand,
der bei der Zucht von Rassehunden entsteht.  

 

Und jetzt denken Sie doch mal darüber nach,
wie und wo ein Welpe aufgezogen und an was gespart wurde,
der Ihnen für 500,- Euro oder sogar weniger angeboten wird!